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Landesberufsschule Schlanders

Weltklimaspiel

am Berufsbildungszentrum Schlanders

Vom 19.01.-23.01.2026 beteiligten sich die drei Abschlussklassen der Fachschulen für Metall/Robotik und Bautechnik an der von der Direktion organisierten Projektwoche zum Thema Klima- und Umweltbildung.

Das Weltklimaspiel ist ein interaktives zwanzigstündiges App-gestütztes Brettplanspiel rund um das Thema Klimawandel und Nachhaltigkeit. Basierend auf einer wissenschaftlich fundierten Klima- und Wirtschaftssimulation werden die Wechselwirkungen und Zusammenhänge der globalen Klimakrise spielerisch erfahrbar gemacht.

Die Teilnehmenden tragen in einer Spielwelt, deren Verhältnisse und Krisen die wirkliche Welt spiegeln, Verantwortung für die globale Wirtschaft, Geopolitik und soziale Gerechtigkeit. Dabei übernehmen sie die Rollen von EntscheidungsträgerInnen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Sie haben ein Jahrhundert (10 Spielrunden) lang Zeit, um eine ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung umzusetzen.

Die rund 35 SchülerInnen der 3. BFS Bautechnik der 3 A und 3 B Metall- Robotik verloren schnell die anfängliche Skepsis, im Abschlussjahr eine Woche lang auf den regulären Unterricht zu verzichten und sich mit Klimafragen und Nachhaltigkeitsthemen zu beschäftigen, weil sie im Spiel selbständige, politische Entscheidungen treffen durften und sofort mit deren Folgen konfrontiert wurden.

In jeder Spielrunde galt es die Herausforderungen der verschiedenen ausgelösten Kipppunkte, Extremwetterereignisse, Umweltkatastrophen und soziale Krisen zu meistern. Dabei entstanden oftmals lange Reflexionsphasen, die anfänglich von einigen Schülern als langweilige Zeitverschwendung wahrgenommen wurden. Doch die meisten erkannten, dass man Handlungen und deren Folgen auf die Umwelt und die Menschen auch aus einer zeitlichen Distanz beobachten muss, um praktikable Rückschlüsse ziehen zu können.

So antwortete ein Schüler, der sinnend auf das Spielbrett starrte auf Nachfrage einer Lehrperson nach dem Stand der Dinge betroffen: „Oh Gott, wir haben alles verstaatlicht!“

Die Schüler wurden sich der komplexen Zusammenhänge einer global vernetzten und von gegenseitigen Abhängigkeiten geprägten Welt bewusst. Sie stellten fest, dass man nur in Zusammenarbeit mit anderen etwas bewegen und verändern kann und dass diese Zusammenarbeit ziemlich anstrengend und zeitaufwändig ist. Sie erkannten, dass ohne die Fähigkeit zu Kooperation, ohne Verhandlungsgeschick und Empathie keine Lösungsansätze für eine nachhaltige Welt zu erzielen seien.

Eifrig steuerten die Schüler über eine Web-App die Wirtschaftssimulation, von der die menschlichen Emissionen ausgehen und bearbeiteten aktiv Produktionsweisen und Wirtschaftsstandorte, Steuerpolitik und Sub­ventionen, Bevölkerungs­wachstum und Städte­bau, Konsummuster und Rohstoffabbau, Kapital- und Warenströme, Forschung und Entwicklung.

Langsam setzte sich die Erkenntnis durch, dass auch der Einzelne einen wirksamen Beitrag für eine positive Veränderung leisten kann. Die anfängliche Ohnmacht ob all der vielfältigen Bereiche und der Glaube, dass man angesichts der Komplexität der Vernetzung „eh nichts machen kann“, wich dem vorsichtigen Optimismus, dass auch persönliches, politisches Engagement und Bürgerbeteiligung vor Ort die Welt verändern können.

Ablauf des Spiels:

Das Spiel beginnt im Jahr 2000: Jede Spielrunde umfasst ein Jahrzehnt, nach 10 Runden endet das Spiel im Jahr 2100. Es wurde angeleitet von 2 zertifizierten Spiellei­terInnen im Bereich Umweltbildung und Kompetenzentwicklung.

In der Mitte der großen Aula stand das riesige Spielbrett wie ein blaugrünes Juwel, das im Weltall schwebt. Dargestellt durch über tausend Spielsteine wird die abstrakte globale Klimakrise mit all ihren Teilaspekten begreifbar und an­schaulich gemacht: Die Gigatonnen Treibhausgase in der Atmosphäre, die voranschreitende Zerstörung von Natur und Ökosystemen durch Landnutzung und Extremwetter­ereignisse, die sich ausbreitenden Städte und Industriegebiete, die humanitären Krisen und Folgeeffekte des Klima­wandels.

Runde für Runde arbeiteten sich die SchülerInnen durch die vielfältigen Verhandlungen, Entscheidungen und Maßnahmen und erreichten eine hohe Kima-Erfolgsbilanz. Leider konnte just das entscheidende letzte Jahrzehnt nicht mehr gespielt werden, weil dafür die Zeit nicht reichte.

Am Ende der Projektwoche erhielten die Veranstalter des Klimaspiels, die Weitblick GmbH, eine gemeinnützige, politisch und finanziell unabhängige Organisation mit Sitz in Vorarlberg, von den SchülerInnen ein positives Feedback für das immersive und spannende Spielerlebnis und auch den einen und anderen Tipp, wie man den Ablauf des Spiels nachbessern könnte.