Europäische Meisterschüler in Laas
28.09.2026 | Pressespiegel | News | Projekte
Kunsthandwerker im Rahmen der Ausbildung "Master of Craft" in Laas

EACD: Die Abkürzung steht für „Europäische Vereinigung im gestaltenden Handwerk, der Baukultur und Denkmalpflege“ (European Association of Building Crafts and Design). Ziel der Vereinigung ist die Pflege und Wahrung des sakralen und profanen Kulturguts – von Kathedralen bis hin zu Schlössern. Dabei agiert sie im Namen diverser Berufsbildungseinrichtungen, Fachverbänden, Stiftungen und Berufsorganisationen, die genannte Berufsfelder abdecken.
Seit Altdirektor Franz Waldner die Fachschule für Steinbearbeitung bereits in der Gründungsphase der EACD in genannte elitäre Vereinigung geführt, die Mitgliedschaft von seiner Nachfolgerin Virginia Maria Tanzer weitergeführt hat und die Vertretung interimistisch an Fachlehrer Andreas Wieser übertragen worden ist, waren es zahlreiche Steinmetze, die in dieser Schule ihre Fertigkeiten im technisch-gestaltenden Handwerk verfeinerten.
So auch diesen September - Jack Oakley (England) und Gilles Nienhuis (Niederlande), zwei Steinbildhauer, die von EACD-Kreisen für die Teilnahme empfohlen wurden und in der Laaser Fachschule hauptsächlich in puncto Drei-Zirkel-Vergrößerungs- und Verkleinerungstechnk bzw. Punktieren ihre Fähigkeiten ausbauten. Dabei misst der Bildhauer markante Punkte am Modell aus und weiß so mit Sicherheit, wie tief er in den Stein schlagen darf, ohne die Skulptur zu beschädigen.
Um sich letztendlich „Master of Craft“ nennen zu dürfen, ist laut EACD-Richtlinie ein Fahrplan vorgegeben, der viel persönliches Engagement und Zeitaufwand erfordert. Vorgesehen ist, dass die Anwärter in einem 3-Jahres-Zyklus sechs Stationen jeweils eine zweiwöchige Praxisphase durchlaufen und in einem vierten Jahr eine fachlich und formal korrekte Diplomarbeit abfassen. Diese besteht aus einem Feuilleton bzw. Essay, einer Anleitung für eine berufliche Technik sowie einer 30-seitigen Abhandlung zu einem ausgewählten Thema. Den Abschluss bildet eine mündliche Prüfung und eine Präsentation.
Am Ende ihres Besuches erzählen die beiden Kunsthandwerker über ihre bisherigen Aufenthalte und Tätigkeiten im Rahmen ihres Ausbildungsweges in der Berufsschule Hallein, der Basler Bauhütte und den Dombauhütten in Köln und Xanten. In Hallein – so berichten sie – ergaben sich Möglichkeiten Richtung CNC-Spezialisierung, in Xanten fokussierten sie sich auf das Kartieren mittels 3D-Scan und VR-Brille, wo man in einer vollständig begehbaren, millimetergenauen 3D-Kopie des Bauwerks arbeitet. Die abschließende Station findet in England statt und muss im Gegensatz zu den vorherigen Stationen von den Aspiranten selbständig organisiert werden.

