Baubiologie 2026
04.10.2026 | Pressespiegel | News | Projekte
Ausbildung zum/zur geprüften Expertin/ Experten für Baubiologie
Gesundes Wohnen ist mehr als ein Trend – es ist eine wichtige Grundlage für unser Wohlbefinden. Die Ausbildung geprüfte Expertin, geprüfter Experten für Baubiologie am Berufsbildungszentrum Schlanders vermittelt fundiertes Wissen rund um die Zusammenhänge zwischen Wohnraum, Materialien und Gesundheit.
Von Oktober 2026 bis Mai 2027 erwerben die Teilnehmenden in etwa fünf bis sechs Treffen pro Monat praxisnahes Fachwissen. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Raumklima, wohngesunde Materialien, nachhaltiges Bauen sowie die ganzheitliche Betrachtung von Lebensräumen.
Die Ausbildung richtet sich an alle, die sich beruflich oder persönlich intensiver mit gesundem Wohnen auseinandersetzen möchten – von Interessierten aus dem Bau- und Handwerksbereich bis hin zu gesundheitsbewussten Privatpersonen.
Termine & Ablauf
Dauer: Oktober 2026 – Mai 2027
Umfang: ca. 5–6 Treffen pro Monat
Kosten: 800 Euro
Online-Infotreffen
Ein kostenloses Online-Infotreffen bietet die Möglichkeit, die Ausbildung näher kennenzulernen und offene Fragen zu klären:
Datum: 4. Juni 2026 18:00 Uhr
Informationen & Anmeldung
Interesse und Anmeldung: Baubiologie 2026 – Kontaktformular
Telefon: 0473 737911 bzs@schule.suedtirol.it
PROGRAMM
Expertin/ Experte Baubiologie bzw. Diplomierte/r Baubiologe/in für nachhaltiges Bauen (EQR 5)
Die Ausbildung vermittelt fundierte Kenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Bauweise, Umwelt und Gesundheit. Ziel ist es, die Teilnehmer:innen zu befähigen, Gebäude ganzheitlich unter baubiologischen, ökologischen und technischen Gesichtspunkten zu beurteilen und zu planen.
Zu Beginn erfolgt eine Einführung in die Grundlagen der Baubiologie. Behandelt werden die Prinzipien des ökologischen und energiesparenden Bauens sowie das Berufsbild des Baubiologen. Die Teilnehmer:innen setzen sich mit der Kreislaufwirtschaft und dem Lebenszyklus von Materialien auseinander, von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung. Dabei werden die Auswirkungen von Baustoffen auf Umwelt und Gesundheit analysiert und systemische Zusammenhänge vermittelt.
Im weiteren Verlauf werden baubiologisch relevante Baustoffe und deren Eigenschaften behandelt. Die Teilnehmer:innen lernen, Sicherheitsdatenblätter und Volldeklarationen zu lesen und zu bewerten. Inhalte umfassen unter anderem Materialien, Klebstoffe, Oberflächenbehandlungen, Kalk, Holzbauweisen sowie alternative Baustoffe. Ergänzend dazu werden Grundlagen der ökologischen Haustechnik vermittelt, einschließlich Wasser- und Energiekonzepte wie Regen- und Grauwassernutzung.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Bauphysik und Messtechnik. Die Teilnehmer:innen erwerben Kenntnisse zu Wärmeverhalten, Luftdichtheit, Feuchtigkeit und Raumklima. Sie lernen den Einsatz von Messmethoden wie Infrarotmessung, Schadstoffanalysen und baupraktischen Messverfahren kennen und anzuwenden.
Die Thematik Schimmel, Schadstoffe und gesundheitliche Auswirkungen wird umfassend behandelt. Dazu gehören Ursachenanalyse, Risikobewertung sowie Maßnahmen zur Sanierung und Prävention. Auch mikrobiologische Untersuchungen und umweltmedizinische Zusammenhänge werden vermittelt.
Im Bereich der natürlichen Baustoffe werden Grundlagen des Holzbaus sowie der Einsatz von Lehm und weiteren Naturmaterialien behandelt. Ergänzende Themen sind Holzschutz, Schädlinge, Wärmebrücken sowie alternative Heizsysteme.
Darüber hinaus werden Aspekte der Wohnphysiologie behandelt. Die Teilnehmer:innen setzen sich mit dem Einfluss von Gebäuden auf Gesundheit und Wohlbefinden auseinander. Themen wie Schlafqualität, Standortbewertung sowie ergänzende Betrachtungsansätze (z. B. Radiästhesie und Geomantie) werden vorgestellt.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Nachhaltigkeit im Bauwesen. Behandelt werden aktuelle Entwicklungen und Rahmenwerke wie die Sustainable Development Goals (SDGs), der European Green Deal und die EU-Taxonomie. Inhalte umfassen Klimaneutralität, CO₂-Bilanzierung, nachhaltige Finanzierungsmodelle sowie Konzepte wie Cradle to Cradle und Circular Economy. Zudem werden Grundlagen des Nachhaltigkeitsmanagements vermittelt.
Technische Inhalte umfassen Elektroinstallation, Messtechnik und Elektrosmog sowie deren mögliche Auswirkungen auf den Menschen. Ergänzend werden Grundlagen der Bauakustik und des Schallschutzes sowie entsprechende Messverfahren behandelt.
Im Bereich Licht und Beleuchtung werden die Unterschiede zwischen natürlichem und künstlichem Licht, lichttechnische Grundlagen sowie Mess- und Bewertungsmethoden vermittelt. Ziel ist die Planung gesundheitsfördernder Lichtkonzepte.
Die Teilnehmer:innen erwerben zudem Kenntnisse in nachhaltiger Architektur und Gebäudeplanung. Inhalte sind unter anderem flexible Nutzungskonzepte, klimaangepasste Bauweise sowie die Gestaltung von privaten, halböffentlichen und öffentlichen Freiräumen.
Begrünungskonzepte bilden einen weiteren Bestandteil der Ausbildung. Dazu zählen Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünungen sowie Grundlagen der Permakultur, Gartengestaltung und Pflanzenkunde. Eine Exkursion ergänzt die theoretischen Inhalte.
Praxisorientierte Inhalte umfassen den Einsatz von Farben und Anstrichen, Materialanwendungen sowie Geruchsprüfungen und Qualitätsmanagement im Bauwesen.
Zusätzlich werden Grundlagen des Feng Shui vermittelt und auf konkrete Planungsbeispiele angewendet.
Ergänzend dazu werden Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation, Marketing und Positionierung im Kontext nachhaltigen Bauens vermittelt.
Abschließend werden übergeordnete Themen wie Verkehr, regionale Wirtschaft und Raumordnung unter Berücksichtigung sozialer und ökologischer Aspekte behandelt.
