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Tag der offenen Tür an der Landesberufsschule Schlanders

Meine Ausbildung. praktisch.stark.nachhaltig. Unter diesem Motto öffneten sich am 3. Februar 2018 die Türen der Landesberufsschule Schlanders, um allen Interessierten Auskunft über das Aus- und Weiterbildungsangebot zu geben und Einblick in die Werkhallen und Betriebsräume zu gewähren. Insbesondere angesprochen waren Jugendliche, die dazu tendieren, den berufspraktischen Weg einzuschlagen. Grundstufen nach Wahl bieten ihnen die Möglichkeit, sich in verschiedenen handwerklichen Sparten zu erproben und sich bewusster für einen Beruf zu entscheiden.

Um dem Publikum ein buntgemischtes Programm zu bieten und dem Besuch Erlebnischarakter zu verleihen, hatten die Veranstalter – Schulverwaltung, Lehrer und Schüler – keine Mühen gescheut. Offene Werkstätten der Tiefbauer, Maurer, Fliesenleger, Maler, der Steinmetzen und Steinbildhauer in Laas, in der Tischler- und Metallwerkstätte sowie im Elektrolabor erlaubten es den Gästen, den Lehrlingen und Fachschülern über die Schulter zu schauen und Eindrücke über deren Tätigkeit zu erlangen. Die Schüler der 3. und 4. Klasse der Berufsfachschule für Metalltechnik luden im Foyer der Schule zu warmer Küche ein.

offene Tür

Diverse Flyer und Broschüren, Informationsstände der beruflichen Weiterbildung, des Arbeitsvermittlungszentrums und der Berufsberatung waren im Eingangsbereich der Schule vorzufinden. In einem Klassenraum nebenan lief der Film „Einblicke in das Schulgeschehen“ in Dauerschleife. Ein elektronischer Speed-Test ermöglichte es, festzustellen, wie schnell man die Treppe hinauf in den ersten Stock bewältigen konnte. Die ersten Besucher wurden gegen 10:00 Uhr von einem Komitee empfangen und bei einem Rundgang durch die Schule begleitet; der Ablauf wiederholte sich bis 16:00 Uhr.

offene Tür

Schon der Parkplatz vor der Schule war zu einer Baustelle der Tiefbauer umfunktioniert: Zwei Arten von Steinmauern (regelmäßig, unregelmäßig), im Vakuumsystem verlegte, großformatige Betonplatten und Treppenstufen, die Einfassung eines Gehweges im Gefälle mit Porphyrplatten und Granitpflaster sowie ein Großflächenschalungssystem zogen die Blicke der Ankommenden auf sich.

offene Tür

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In der Tischlerwerkstatt wartete man mit diversen Aufgaben auf: ein Zahlenspiel, das Zusammenstellen eines Pultdaches mit Giebel im Maßstab 1 : 4, das Zusammenbauen eines Teufelsknotens, ein Mühle- und Damespiel, ein Balancespiel sowie ein Schätzspiel mit Dübeln.

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Die Berufsfachschule für Bautechnik, die sich auch im Foyer der Schule unter dem Motto „Von der Theorie - über das Modell - zur Praxis“ präsentierte und dabei die Flexibilität der Abgänger im Baubereich heraushob, demonstrierte, wie eine digitale Zeichnung für die CNC-Maschine umprogrammiert wird, welche die Einzelteile dann computergesteuert anfertigt.

Wer sich für Naturbaustoffe interessierte, war hier genau richtig. Verfechter der Lehm- und Strohbauweise warteten mit Mustern, Publikationen, Informationen und Argumenten auf.

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In der Malerwerkstatt arbeiteten die Lehrlinge an einer Lernsituation, genauer gesagt, an Entwürfen für die Gestaltung von Musikschule und Kindergarten.

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Lehrlinge des Handels stellten nebenan ihren Betrieb vor, informierten über regionale Produkte und Eigenmarken und führten Geschenkverpackungen vor.

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Beeindruckende Sichtmauerwerke und Rundbögen – Segment- und Korbbögen – sowie Schalungen von Balkon, Träger, Decke und Stiege prägten das Bild in der Maurerwerkstatt Die Fliesenlegerlehrlinge führten mit Glasschneidern Schnitttechniken vor, mit geometrischen Vielecken und eingearbeiteten Kreisen als Ergebnis. Ein Sicherheitsparcours verbunden mit der Einladung, Fehler im Gerüstbau und Mauerwerken zu suchen, führte die Besucher durch die Werkhalle. Am Ende des Rundganges hatten sie Gelegenheit, mit Vertretern des Paritätischen Komitees über Arbeitssicherheit zu sprechen.

offene Tür

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Schüler der Metallfachschule arbeiteten mit dem Programm Inventor an individuellen Projekten. In den Werkhallen der Berufsfachschule für Metalltechnik bedienten Schüler eine entsprechend programmierte 5-Achsen-CNC-Fräsmaschine, welche Schlüsselanhänger (Bälle aus Aluminium) fertigte. Diverse Schmiedetechniken übten Schüler der Grundstufe ein. Schüler der 4. Klasse zeigten Bearbeitungsmöglichkeiten mittels CAM-Techniken auf.

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Vor der Werkhalle waren in Form von Modellen Gestaltungsvorschläge für den Kreisverkehr in Latsch zu bewundern, entworfen und konstruiert auf Anfrage der VI.P von der 4. Klasse.

Im Foyer - eine weitere Vorstellung und Ausstellung der Fachschule für Metalltechnik: Schülerprojekte, die in den letzten Jahren entstanden sind: eine Bohrmaschinen, ein Tresor, eine Gartenbank und diverse Schmiedearbeiten

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Direkt daneben erläuterten Schüler der Berufsfachschule für Bautechnik an einem Info-Stand jenes, was sie im Unterricht erarbeitet, konstruiert und an Projekten durchgeführt hatten, u. a. verschiedene Baukonstruktionen, Bogentragwerke, Stiegen, Betonierungsarbeiten, Modellobjekte.

Mittels handgefertigten, geschliffenen und polierten Exponaten aus Marmor war die Berufsfachschule für Steinbearbeitung vertreten und verwies auf die zeitgleich stattfindende Veranstaltung in Laas.

Dass Elektrolehrer und –schüler unter „Leistung“ mitunter etwas ganz anderes verstehen, erklärten diese im Elektrolabor im Zusammenhang mit verschiedenen Schaltungen und Gefahren des elektrischen Stroms. Kurzum – die Grundlagen der Elektrotechnik waren das Thema, über das gesprochen wurde.

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Der Trainingsraum war zu einer Kreativwerkstatt umgewandelt worden: Alle bastelfreudigen Kinder konnten versuchen, eine „Leonardo-da-Vinci-Brücke“ mit kleinen Holzleisten zu bauen. Die längst Brücke wurde 2,62 m lang. Oder einen Turm mit mickrigen Holzstäben und -klötzen. Der größte Turm erreichte eine Höhe von 47 cm. Oder einen Zylinder aus Karton mit Holzstäben verkleiden oder anhand einer Minimörtelkelle ein Mauerwerk aus winzigen Tonziegeln und wasserlöslichem Kleber erstellen.

Ein ansehnliches, beachtenswertes „Fliesenmosaik“ war das Werk der Berufsfindung und Anlehre. Zerstückelte keramische Fliesen waren mit Heißkleber auf eine Holzplatte geklebt und mit Fugenmasse verfugt worden.

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Nicht zu vergessen – die 2. Seite der Berufsbildung: die Allgemeinbildung und die Sprachen, die durch die Öffnung in Richtung Matura an Bedeutung gewonnen haben, veranschaulicht und dokumentiert in etlichen Sprachenecken mittels Facharbeiten, Projekt- und Präsentationsunterlagen, Texten, die zum Ansehen oder Durchblättern auf Tischen bereitlagen. Vorgestellt wurde auch der Integrationsunterricht an der Schule.

offene Tür

In der Berufsfachschule für Steinbearbeitung in Laas besaß der Tag der offenen Tür so wie jedes Jahr Ateliercharakter, während dem Publikum in Führungen der Beruf des Steinmetzen bzw. Steinbildhauers näher gebracht und die Fachschule generell vorgestellt wurde. Ein Novum: Alle Interessierten konnten sich anhand vorgefertigte Formen an Abgusstechniken erproben. In diesem Zusammenhang fand in der „Schokoladeecke“ ein sog. „Abguss mit Genuss“ statt. In aus Ton hergestellten Pralinenformen, die mit Symbolen aus der Bildhauerei versehen und mit Lebensmittelsilikon überzogen waren, gossen Besucher flüssige Schokolade (mit Konfitüre, Nüssen). Die ausgehärteten Leckereien durften mitgenommen werden.

Höhepunkt des Tages war die „Würfelübergabe“ an den Theaterverein Schlanders. Hintergrund: Seit geraumer Zeit arbeiten der Regisseur Daniel Trafoier und die Obfrau Nadja Senoner anlässlich des Jubiläumsjahres 2018 (15 Jahre Theaterverein Schlanders, 20 Jahre Kulturhaus Schlanders) an einem in der 80er Jahren angesiedelten, musikalischen Jugendstück „Ouhne diar!...!“, das im Mai uraufgeführt wird, mit einem überdimensionalen Zauberwürfel als Hauptbühnenelement. Die Anfertigung dieses gigantischen Objekts übernahm die Berufsfachschule für Metalltechnik. Jürgen Tonezzer; Ausschuss-Mitglied des Theatervereins, und die Kulturreferentin Monika Wielander Habicher dankten der Schule.

offene Tür

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Schülerprojekt Zauber Würfel - Stellungnahme des Projektleiters

Die Landesberufsschule Schlanders darf sich seit über 35 Jahren dafür rühmen, erfolgreich eine Fachschule für Metalltechnik zu führen. Mit dem Projekt Zauberwürfel des Jugendtheaters der Theatergruppe Schlanders haben Schüler und Lehrpersonen der Fachschule für Metalltechnik die Möglichkeit, ihr Wissen und Können einem breiteren Publikum vorzustellen.

Der Zauberwürfel, der letztendlich das Bühnenbild für das Jugendtheater des Theatervereins Schlanders, einer umfangreihe Produktion zieren wird, hat in den letzten Monaten unsere Werkstätten zum „Rauchen“ gebracht und unseren Schülern Höchstleistungen abverlangt.

40 Schüler zwischen 16 Jahren und 19 Jahren fertigten im Unterricht über 540 Einzelteile an. Dafür waren neben 1584 Schraubverbindungen auch noch 76 Meter verschiedener Schweißnähte notwendig.

Natürlich stand der Lernaspekt bei der Abwicklung des Projekts im Vordergrund.

Die verschiedenen Fertigungsverfahren, wie Schmieden, Löten, Entwerfen, Konstruieren, Fertigen, die auch den herkömmlichen Unterricht prägen, konnten an den unterschiedlichsten Einzelteilen des Projektes geübt werden.

Um den Auftrag in der vorgegebenen Zeit erledigen zu können, mussten die Schüler lernen, Arbeitsabläufe zu optimieren und verstärkt in Teams zu arbeiten.

Das Wissen, dass jedes Einzelteil zum Gesamtprojekt beiträgt und zu guter Letzt als Teil des Großprojektes des Jugendtheaters der Theatergruppe Schlanders auf der Bühne zu bewundern sein wird, motivierte die Schüler enorm und führte zu äußerst beachtlichen Lernerfolgen.

Es ist Schülern und Lehrpersonen gelungen, fächerübergreifend und jahrgangsübergreifend mit viel Einsatz und Initiative und Engagement ein einmaliges und beeindruckendes Gesamtwerk zu unterstützen und sich mit Ideenreichtum Kenntnisse und Kompetenzen anzueignen.

„Die Motivation der Schüler, an dem Projekt mitzuwirken, war hoch und das motivierte auch mich als Fachlehrer und Projektleiter“, sagt Michael Tröger, Fachlehrer an der Landesberufsschule Schlanders.