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Hochkarätige Fortbildung für Ausbilder und Lehrer im Malerhandwerk

„Freskomalerei und Sgraffito an romanischen Bauwerken“ war der Titel des Seminars, das Anfang August in der Landesberufsschule Schlanders stattfand. Der Landesinnungsverband des Bayerischen Maler- und Lackiererhandwerks hatte Ausbilder aus ganz Deutschland, die in der überbetrieblichen Unterweisung und im Betrieb tätig sind, zu dem Erasmus-Seminar in den Vinschgau eingeladen. „Die überbetriebliche Unterweisung beschäftigt sich vor allem mit Themen, die nicht unbedingt in jedem Betrieb erfahr- bzw. erlernbar sind“, erklärt Wolfgang Siegel, Malermeister und Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes diese Ergänzung des dualen Systems in Bayern. Gerhard Jehl und Ludwig Bareuther, die fachlichen Leiter der Fortbildungsveranstaltung, hatten neben den theoretischen Grundlagen, Materialkunde und Farbgebung in Gotik und Romanik viel Wert auf anschauliche Beispiele und Vorlagen gelegt. So besuchte die 20-köpfige Gruppe das Kloster St. Johann in Münster, Kloster Marienberg und bestieg den Tartscher Bichl unter fachkundiger Führung. Als Vorlagen für die praktischen Arbeiten dienten Motive der St. Prokulus-Kirche in Naturns. Gearbeitet wurde in der Malerwerkstatt der Landesberufsschule Schlanders. „Wir haben hier in Schlanders den idealen Veranstaltungsort für dieses Seminar, sowohl von den Arbeitsräumen her, als auch als Ausgangspunkt für unsere Exkursionen“, lobte Gerhard Jehl die Schule und die kulturelle Landschaft. Die Maler-Fachlehrer der Landesberufsschule Schlanders Walter Gemassmer und Bruno Giongo standen der Gruppe mit Rat und Tat zur Seite, sorgten für einen reibungslosen Ablauf an der Schule und konnten selber an der Fortbildung teilnehmen. „Die Tagung ist überaus lehrreich und der fachliche Austausch mit den Kollegen sehr interessant“, fasst Walter Gemassmer seine Erfahrungen zusammen. Auch die Direktorin der Landesberufsschule Schlanders Virginia Tanzer freute sich über den Besuch aus Bayern: „Da wir als einzige Berufsschule in Südtirol die Malerlehrlinge ausbilden, ist die Kooperation mit Institutionen außerhalb der Landesgrenzen wertvoll und bereichernd.“
Am Freitag und Samstag konnten die Teilnehmer dann das erworbene Wissen an den während der Woche vorbereiteten Putzuntergründen ausprobieren und sowohl Sgraffito als auch Freskoarbeiten anfertigen. Eine Rückschau auf die vergangenen Tage, sowie die Besichtigung des Messner Mountain Museums Sigmundskron bildeten den Abschluss der Tagung.
Begleitet wurde die Gruppe von Reinhard Gubi, Maler- und Lackierermeister, sowie Berufsschullehrer und Schulleiter im Ruhestand des Oberstufenzentrums für Gestaltung in Berlin, der das Seminar filmisch dokumentierte. Der fertige Film wird im Spätherbst auf der Webseite der Landesberufsschule Schlanders zu sehen sein. www.berufsschule.schlanders.it
Organisator Michael Doll vom Landesinnungsverband sieht die Tagung aber auch in einem größeren Zusammenhang: „Die Teilnehmer sollen durch Seminare wie dieses angeregt werden mit Schülern im europäischen Ausland EU-geförderte Projekte zu einem fachlichen Thema durchzuführen. Vielleicht demnächst mit Schülern der Landesberufsschule Schlanders.“

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Die Organisatoren Michael Doll (mitte) und Wolfgang Siegel (links) Geschäftsführer des Landesinnungsverbands des Bayerischen Maler- und Lackiererhandwerks bei der Absprache organisatorischer Details mit Malerkollege und Lehrer an der LBS Schlanders Bruno Giongo (rechts).

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Konzentration und eine ruhige Hand sind in der Sgraffito-Technik gefragt

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Zügiges Arbeiten ist bei der Freskomalerei angesagt

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Heimspiel: LBS Malerlehrer Walter Gemassmer nahm ebenfalls an dem Seminar teil und war bei der Abwicklung der einwöchigen Fortbildung behilflich

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Das Sgraffito- und Freskoseminar wurde von Teilnehmern aus ganz Deutschland besucht

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Die fachlichen Leiter der Fortbildung Ludwig Bareuther (links) und Gerhard Jehl