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Kristine Bilkau zu Besuch in der Fachschule für Steinbearbeitung Laas

Eine vermeintlich gutsituierte Kleinfamilie mit Kind (er Journalist, sie Cellistin in einem Orchester), der aufgrund diverser Umstände (Jobverlust, Krankheit, Mietpreiserhöhung) die Existenzgrundlage wegzubrechen droht und damit die Beziehung schwer belastet: Dies ist der Inhalt des 2015 erschienenen, mehrfach preisgekrönten Erstlingsromans „Die Glücklichen“ von Kristine Bilkau, u. a. auch mit dem Franz-Tumler-Literarturpreis.
Ein Roman, der aufgrund wechselnder Erzählperspektive verbunden mit plastischer Innenschau der Protagonisten eine eigene Dynamik erhält, abgefasst im Präsens in einer einfachen, intensiven Sprache, die zuweilen syntaktisch recht komplex erscheint – zurückzuführen auf ihren intuitiven Schreibstil, wie die Autorin selbst unterstreicht. Ein Generationenportrait, in dem die fundamentale Verunsicherung, die permanente Angst einer Gesellschaft thematisiert wird, ausgefüllt mit zahlreichen Motiven, die zeitlich aktuell sind und den Leser direkt ansprechen. Eine psychologische Studie vor dem Hintergrund der Täter-Opfer-Rolle, diffusen Schuldgefühlen und Realitätsflucht.
Hatten einige Schüler bereits im Herbst den Lesungen im Josefshaus beigewohnt, so wurde die Autorenbegegnung am 26. April 2016 für alle literaturbegeisterten Schüler der Fachschule organisiert. In einem Gespräch im Anschluss an die Lesung ging die Schriftstellerin auf viele Details des Romans ein, verriet ihre Motivation, sich dieses Stoffes anzunehmen, und erzählte über ihren beruflichen Werdegang. Bereits im Vorfeld hatten sich die Schüler mit der werkimmanenten Interpretation beschäftigt; in einer Klasse diente der Roman als Klassenlektüre.
Der Besuch von Kristine Bilkau in der Fachschule für Steinbearbeitung Laas: eine willkommene Abwechslung und das literarische Highlight des Schuljahres ohnehin.

Kristine Bilkau