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Tag der offenen Tür am 27. Februar 2016

Tag der offenen Tür an der Landesberufsschule Schlanders


„Alle Jahre wieder“ öffnen sich die Türen der Landesberufsschule Schlanders, um allen Interessierten Auskunft über das Aus- und Weiterbildungsangebot zu geben und Einblick in die Werkhallen und Betriebsräume zu gewähren; so auch am 27. Februar 2016. Insbesondere angesprochen sind natürlich Jugendliche, die dazu tendieren, den berufspraktischen Weg einzuschlagen. Grundstufen nach Wahl bieten ihnen die Möglichkeit, sich in verschiedenen handwerklichen Sparten oder handelstechnischen Belangen zu erproben und sich bewusster für einen Beruf zu entscheiden.
Den Tag so zu organisieren, um dem Publikum ein buntgemischtes Programm zu bieten und dem Besuch Erlebnischarakter zu geben, hatten die Veranstalter – Schulverwaltung, Lehrer und Schüler – keine Mühen gescheut. Offene Werkstätten der Maurer, Fliesenleger, Maler, der Steinmetzen und Steinbildhauer in Laas, in der Tischler- und Metallwerkstätte sowie im Elektrolabor erlaubten es den Gästen, den Lehrlingen und Fachschülern über die Schulter zu schauen und Eindrücke über deren Tätigkeit zu erlangen.

maurer

fliesenleger

maler

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Die Schüler der 3. und 4. Klasse der Fachschule für Bautechnik luden im Foyer der Schule zu warmer Küche ein, auch in der Fachschule für Steinbearbeitung in Laas wurden von den Schülern der Grundstufe, der 2. und 3. Klasse Imbisse und Getränke angeboten.

foyer


Diverse Flyer und Broschüren, ein Informationsstand der beruflichen Weiterbildung, Exponate und Banner der FS für Steinbearbeitung Laas waren im Eingangsbereich vorzufinden, darüber hinaus ausführliche Entwürfe eines von den Fliesenlegerlehrlingen bereits im Vorfeld ausgearbeiteten Projektes, das die Neugestaltung eben diese Eingangsbereiches vorsieht. Insgesamt sind es drei Varianten, von denen das passendste noch ausgewählt werden muss. Alle drei Modelle sehen neben der Verwendung des einen oder anderen Natursteins aus Südtirol auch den Laaser/Göflaner Marmor vor.
Mit den Sxophonklängen „The Final Countdown“ von Europe – Walter Gemassmer war der Saxophonist – wurden die ersten Besucher gegen 09:30 Uhr von einem Komitee empfangen und bei einem Rundgang durch die Schule begleitet; der Ablauf wiederholte sich bis 16:00 Uhr.
In einem Impulsreferat „Handwerk – mein Job und Leidenschaft“ der Vorsitzenden der Junghandwerker im lvh, Jasmin Fischnaller, bedauerte sie, dass das Handwerk in Südtirol nicht den Stellenwert einnimmt, der ihm gebührt. Fischnaller, selbst Tapeziererin und Raumausstatterin, bezeichnet das Handwerk als zeitlos, kreativ, abwechslungsreich und innovativ. „Was mich am Handwerk fasziniert, ist, dass das Resultat sichtbar wird im Unterschied zur Büroarbeit“, so die Vorsitzende. Anhand ausgewählter Beispiele zeigte sie staunenswerte Karrieremöglichkeiten auf.

referat

Videoeinspielungen mit Impressionen von den World-Skills in Sao Paolo und eine kurze Ansprache von Dennis Federspiel, dem Gewinner des Excellenzdiploms der Maler, folgten.
Der Parkplatz vor der Schule war zu einem Repertoire der Tiefbauarbeiten umfunktioniert: Pflaster- und Randsteinarbeiten, eine in der Länge an Größe gewinnende Dammschüttung aus Sand zogen die Blicke der Ankommenden auf sich.

tiefbau


In der Tischlerwerkstatt wartete man mit zwei Gewinnspielen auf: Ein Handyhalter aus Holz, ein Speckbrett mit Brot, Speck und Käse, eine selbstgedrechselte Holzschüssel und ein Sachbuch „Handwerk in Südtirol“ winkten dem als Gewinn, der verschieden große Scheiben den entsprechenden Öffnungen in einer MDF-Spanplatte zuordnen konnte.

tischler

Das zweite Gewinnspiel war ein Worte-Suchrätsel.
Ein nahezu vollständiges Bild der Tätigkeiten eins Malers und Lackierers konnten die Ankömmlinge in der Malerwerkstatt anhand von Fotos über Trockenbau, Innenraum- und Fassadengestaltung, Dämmungen, Schriften oder Dekoration gewinnen. Schautafeln mit Spezialtechniken (etwa Sgrafitto) rundeten dieses Bild ab. In einem Nebenraum lief in einer Endlos-Schleife eine Power-Point-Präsentation mit der Lernfeldthematik als Inhalt.
Etwas abseits des Eingangs präsentierten Schüler einer BGS nicht ohne Stolz eine Dachkonstruktion, die sie im Unterricht hergestellt hatten.
Ganz etwas anderes, was die Schüler der Berufsfindung vorstellten – eine Fahrradwerkstatt: fünf reparierte Fahrräder mit Rucksackspeckbretter, die im Rahmen des Projektes „Südtiroler Ärzte für die Welt“ bedürftigen Personen in Rumänien zugestellt werden.
Eine ausladende Ausstellung von Werkzeugen, Plänen und Unterlagen der Fachschule für Bautechnik unter dem Motto „Bauhandwerk – Früher und Heute“ in der Pausenhalle und im Gang des Untergeschosses ließ erahnen, wie ältere Generationen arbeiteten. Unterrichtsmaterialien verschiedener Fächer aus den 50er- und 60er-Jahren gaben Einblick in die Pädagogik von damals.
Beeindruckende Sichtmauerwerke und Rundbögen prägten das Bild in der Maurerwerkstatt, während die Lehrlinge hauptsächlich mit Putzarbeiten und Schienensetzen beschäftigt waren. Am anderen Ende der Halle demonstrierten Fliesenlegerlehrlinge mit Glasschneidern Schnitttechniken mit geometrischen Vielecken und eingearbeiteten Kreisen als Ergebnis.
Schüler der Metallfachschule führten mit dem Programm Inventor eine hochpräzise 3D-Fräse vor, die in Arbeitsteilung entwickelt worden war. Wie die Festigkeit von Baustahl durch Bruch- und Biegeversuche ermittelt wird, zeigte die Arbeit an einer Universalprüfmaschine im Labor.
In den Werkhallen der Fachschule für Metalltechnik waren gleich mehrere, völlig unterschiedliche Arbeiten zu bewundern: die Animation einer von der 4. Klasse selbstgebauten Bohrmaschine, mit verschiedenen Maschinen von der 3. Klasse hergestellte Bohrfutter und die 2. Klasse war dabei, Handyhalter, genannt „Handychill“, und Rosen aus Blech anzufertigen, während andere Fachschüler schmiedeten und schweißten. Obgenannte Bohrmaschine konnte - mit viel Glück - durch den Kauf eines Loses gewonnen werden. Schlüsselanhänger als Präsente winkten denjenigen, die ihr Wissen mittels Beantwortung eines Quiz unter Beweis stellten.

metall


Die Teilnahme an einem Calcetto-Turnier, ausgetragen im K.o.-Verfahren mit einer Dauer von 2 – 3 Minuten pro Spiel, stand für mutige 2er-Teams (Lehrer, Schüler, Eltern) offen.
Dass Elektrolehrer und –schüler unter „Leistung“ mitunter etwas ganz anderes verstehen, erklärten diese im Elektrolabor im Zusammenhang mit verschiedenen Schaltungen und Gefahren des elektrischen Stroms.
Im Obergeschoss - eine weitere Vorstellung und Ausstellung der Fachschule für Metalltechnik: Schülerprojekte, die in den letzten Jahren entstanden sind: eine Bohrmaschinen, ein Tresor, Arbeiten aus dem Stahlbau (z. B. Briefkasten) und diverse Schmiedearbeiten.
Direkt im Raum daneben erläuterten Schüler der Fachschule für Bautechnik jenes, was sie im Unterricht erarbeitet, konstruiert und an Projekten durchgeführt hatten, u. a. verschiedene Verbindungen, Bögen, Stiegen, Betonierungsarbeiten, Modell eines Dachstuhls im Maßstab 1 : 5.
Nicht zu vergessen – die 2. Seite der Berufsbildung: die Allgemeinbildung und die Sprachen, die durch die Öffnung in Richtung Matura an Bedeutung gewonnen haben, veranschaulicht und dokumentiert mittels Facharbeiten, Projektunterlagen, Texten, Quiz (a general knowledge, an animal quiz), im Unterricht eingesetzten Videos, mittels Allerlei von vielem, das zum Ansehen, Durchblättern oder Schmökern auf etlichen zusammengeschobenen Tischen bereitlag.
Am Ende des Ganges, hinter einem eingerichteten Trainingsraum für die Lehrlinge des Handels, in dem Präsentationen von Waren und Verkaufsgespräche stattfinden – eine Prämiere am Tag der offenen Tür: ein Kinderworkshop mit Materialien aller Berufssparten, vieler Formen und Farben, bestehend aus einem kunterbunten Gemisch von Mosaikfliesen, Strasssteinen, Holzkugeln und -perlen, Holzstückchen, Metallblättchen, Gegenständen zum Bespannen und Bekleben von Bilderrahmen, Gips zum Gießen von Formen.
Wer sich ins 2. Obergeschoss wagte, konnte im dortigen Computerraum Schülern der 2. Klasse Fachschule zusehen, wie sie mit dem Programm AutoCad die Erweiterung einer Würstelbude planten.
In der Fachschule für Steinbearbeitung in Laas besaß der Tag der offenen Tür so wie jedes Jahr Ateliercharakter, während dem Publikum in Führungen der Beruf des Steinmetzen bzw. Steinbildhauers näher gebracht und die Fachschule generell vorgestellt wurde.

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Die findige Italienischlehrerin Roberta Carturan war es, die eine Treppe und einen Gang dazu nutzte, Mnemotechniken und Möglichkeiten der Wortschatzerweiterung aufzuzeigen, indem sie diese Räumlichkeiten in ein „laboratorio didattico“ verwandelte: Kreativität in Form von Visueller Poesie und Dias, die viele Interpretationsmöglichkeiten offen ließen.
Mineralienfreunde kamen im Obergeschoss auf ihre Kosten. Vorgestellt wurden Dünnschliffe (Stärke 0,30 mm), welche es ermöglichen Mineralien zu unterscheiden und zu untersuchen. Verwendet wird hierfür ein Polarisationsmikroskop, mit dessen Hilfe nicht nur die Eigenfarbe des Minerals, sondern auch dessen Interferenzfarbe deutlich wird.